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Verhängnisvolle Düfte

Viren verbreitern sich extrem schnell.
Für diese schnelle Verbreitung sorgt häufig ein Trick. Forscher haben nun beobachtet wie sich ein Virus geschickt über ein blattsaugendes Insekt verbreitet. Möglicherweise helfen die dadurch gewonnenen Erkenntnisse bei der Bekämpfung menschlicher Krankheiten.

Auffallend war für die Forscher zunächst, dass die Insekten bevorzugt die kranken, vom Virus infizierten Pflanzen anflogen. Auf diesen hielten sie sich viel kürzer auf, als auf den gesunden Pflanzen. Dieses Verhalten kommt der Ausbreitung der Erreger sehr entgegen.
Je häufiger die Insekten ihre Pflanze wechseln, desto schneller breitet sich ein Virus aus.

Die höhere Attraktivität erkrankter Pflanzen erklären sich die Forscher durch den Einfluss des Erregers. Das Virus kurbelt bestimmte Geruchskomponenten an, die Insekten besonders anlocken. Gesunde Pflanzen geben zwar die gleichen Gerüche ab, allerdings in deutlich geringeren Konzentrationen. Die kurze Verweildauer der Insekten bei den kranken Pflanzen hängt ebenfalls mit diesen Düften zusammen. Sobald die Tiere anfangen an der Pflanze zu saugen, bildet diese abstoßend wirkende Geruchsanteile, die den ungebetenen Gast schnell vertreiben. Bei gesunden Pflanzen tritt dieser Effekt nicht auf und laden damit die Insekten zum Verweilen ein.

Interessanterweise wurde dies Phänomen auch bei der Ausbreitung der Malariakrankheit beobachtet; es werden bereits infizierte Menschen auch dort wesentlich häufiger von Moskitos gestochen, als gesunde Personen. Ob sich dahinter ein vergleichbarer Mechanismus verbirgt, wollen die Wissenschaftler in einem nächsten Schritt untersuchen.


Quelle: Jürgen Beckhoff | aid infodienst

Duft  Schmerzen  Therapie 

2010-3-7

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