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Gewürze

Wacholderkur nach Pfarrer Kneipp

Einmal Gin Tonic bitte. Wer wie die Briten diesen Longdrink liebt, der weiß natürlich, dass der typische Geschmack von Wacholderbeeren stammt. Das bestätigen sicher auch die Holländer, die ihren Genever mit Wacholder aromatisieren. Wacholder ist ein Baum aus der Familie der Zypressen. In unserem Breitengraden gedeiht er gut auf sandigen Böden. Die Beeren sind seine Früchte, die in aller Regel in getrocknetem Zustand in den Handel kommen. Bevor jetzt ein Botaniker über diese Vereinfachung schimpft, sei angemerkt, dass die Beeren eigentlich die Fruchtzapfen des Baumes sind, aber dieser Unterschied ist wahrscheinlich nur etwas für Fachleute.
Früchte hin, Fruchtzapfen her, die getrockneten Wacholderbeeren sind vor allem für eine deftige Küche eine unverzichtbare Würze. In der Alpenregion verwendet man sie zum Beispiel zum Räuchern von Fischen und Speck. Ganz allgemein werden die Beeren als Gewürz für Marinaden genutzt und sind die geradezu klassischen Geschmackslieferanten für Sauerkraut und Sauerbraten, für Wildgerichte und Wurstspezialitäten.

Was freilich über all das Würzen und Genießen etwas in Vergessenheit geraten ist, das ist die starke Heilkraft der Wacholderbeeren. Sie enthalten Bitter- und Gerbstoffe, die Magen und Darm guttun. "Nur" als Gewürz verwendet, sorgen die Beeren für eine bessere Verträglichkeit von Speisen. Pur zerkaut und geschluckt sind sie dagegen immer dann ein echter Geheimtipp, wenn der Magen plötzlich zwickt und zwackt, oder wenn ganz unerwartet Übelkeit auftritt.

Wacholderbeeren sind KEINE Arznei. Es wäre deshalb fahrlässig, sie bei starken oder länger anhaltenden Magenschmerzen zu empfehlen. Wenn ein Unwohlsein aber zum Beispiel von allzu großer Aufregung oder zu viel, zu fettigem, zu schwerem Essen herrührt, dann können Wacholderbeeren tatsächlich helfen. Am besten, man zerkaut zunächst eine oder zwei, nach ein paar Stunden darf das gern wiederholt und auf drei Beeren gesteigert werden. Wenn die Beschwerden danach nicht abklingen, ist der Gang zur Apotheke oder zum Arzt ratsam.

Dass die Wacholderbeere starke Kräfte hat, das wusste auch schon Pfarrer Kneipp. Er setzte sie als Hilfsmittel gegen Gicht und Rheuma ein. Bis heute schwören viele Patienten auf die Kneippsche Kur, die sie ein, manchmal sogar zweimal im Jahr machen. Die Kur dauert 23 Tage und beginnt mit der Einnahme von vier Beeren; eine morgens, zwei mittags, ein abends. Nach einem bestimmten Schema wird die Einnahme um eine Beere pro Tag gesteigert, bis der Patient 5 Beeren morgens, 5 mittags und fünf abends zu sich nimmt. Danach geht es schrittweise wieder um eine Beere pro Tag zurück.
Diese Kur sollte bitte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt unternommen werden. Für alle, die Probleme mit den Nieren haben, kommt sie nicht infrage, da Wacholderbeeren das Nierengewebe reizen können.

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