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Klimawandel

Weniger Arbeiten fürs Klima

Viele träumen von mehr Freizeit oder sind in ihrem Job frustriert. Ihnen wird die Studie sehr recht kommen, die der Ökonom David Rosnick für das Center for Economic and Policy Research (CEPR) in Washington verfasst hat. In einer Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Arbeitszeit und Klima kommt Rosnick zu dem Ergebnis, dass wir die Erderwärmung und den Klimawandel bremsen können, indem wir alle ein bisschen weniger arbeiten. Allerdings nur dann, wenn wir die gewonnene freie Zeit nicht für Flugreisen nutzen.

Vom Grundsatz her ist der logische Zusammenhang zwischen Arbeit und Klima leicht nachvollziehbar: weniger Arbeit ist gleichbedeutend mit weniger Energieverbrauch, und hierdurch wird der Klimawandel gebremst. Auch andere Wissenschaftler haben sich schon mit dem Thema beschäftigt und sind zu ähnlichen Ergebnissen gekommen: Eine Senkung der durchschnittlichen Arbeitszeit führt zu geringeren Produktionsmengen und zu einer Änderung der Konsumgewohnheiten. Weniger Arbeit bremst also das Wachstum und hilft dabei der Umwelt.

In der von Rosnick veröffentlichen Studie geht er zudem ausführlich auf grundsätzliche Fragen ein, die sich darauf beziehen, in welcher Gesellschaftsform wir Menschen leben wollen. Dabei beleuchtet er Themen wie Konsumverzicht und Wachstumskritik, die ihre Berechtigung vor allem in entwickelten Ländern haben. Doch auch in den Entwicklungsländern wird irgendwann die Frage zu stellen sein, wie viel Konsum sinnvoll ist und ob Produktivitätsgewinne nicht eher zu mehr freier Zeit führen sollten.

Rosnick räumt ein, dass in sehr ungleichen Gesellschaften eine Reduzierung der Arbeitszeit bei einer Mehrheit der Bevölkerung zu einem niedrigeren Lebensstandard führen würde. Dem Klima zuliebe mehr Armut in Kauf nehmen kann aber auch nicht die Lösung sein - die Studie setzt einfach voraus, dass Produktivitätsgewinne in Zukunft einer breiten Masse zugutekommen. Von diesem Ideal einer egalitären, umweltfreundlichen Postwachstumsgesellschaft sind wir allerdings noch weit entfernt, was für Europa trotz aller wachstumskritischer Debatten ebenso gilt wie für die USA.


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