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Recycling

Treibstoffherstellung aus Müllresten

Ennigerloh ist eine im Kreis Warendorf im Münsterland gelegene kreisangehörige Stadt mit rund 20.000 Einwohnern. Dort hat das zuständige Abfallunternehmen bislang alle Materialien recycelt, die sich wiederverwerten lassen. Von Kunststoffen, Karton und Papier bleibt am Ende lediglich ein watteähnlicher Rest übrig, der so genannte Fluff. Diesem sind alle wiederverwertbaren Stoffe bereits entzogen, so dass man ihn höchstens noch verbrennen kann - bisher jedenfalls.

Auf dem Gelände der Abfallverwertung in Ennigerloh hat sich das eigenständige Unternehmen Dieselwest angesiedelt, dessen Geschäftsführer Jürn Düsterloh die Idee hatte, aus den nicht recycelbaren Abfallresten Treibstoff zu gewinnen. Dabei war die Umwandlung von Fluff technisch gesehen eine Herausforderung, der er sich jedoch stellte. Die Firma Alphakat Engineering aus Remscheid baute die Anlage, mit welcher derzeit 100 Liter Treibstoff pro Stunde produziert werden, wozu eine Tonne Rohmaterial pro Stunde erforderlich ist.

Von einem wirtschaftlichen Betrieb ist die Anlage noch weit entfernt, dazu müsste sie bei Vollbetrieb mindestens 400 Liter Treibstoff produzieren. Das größte Problem ist dabei die flockige Beschaffenheit des Ausgangsmaterials und das geringe Schüttgewicht von höchstens 50 Kilogramm pro Kubikmeter. Darum hat man verschiedene Verfahren getestet, mit denen der Fluff verdichtet werden soll. Derzeit experimentiert man mit einem Heißmischer, der dafür sorgt, dass der Kunststoffanteil im Fluff angeschmolzen wird. Nach der Abkühlung und Erstarrung sind die Zellstoffreste darin eingebunden und das Schüttgewicht ist um ein Vielfaches höher.

Das Verfahren, bei dem der Fluff in einem Reaktor unter Luftabschluss auf bis zu 400 Grad Celsius erhitzt wird, wobei die langen organischen Molekülketten kunststoffartiger Stoffe zu kurzkettigen Molekülen umgewandelt werden, nennt sich "Katalytische drucklose Verölung ". Der dabei entstehende Treibstoff wird im Blockheizkraft des Recyclinghofes und in industriellen Anlagen in der Umgebung verbrannt. Der Bau der Anlage, der fünf Millionen Euro gekostet hat, wurde bislang nicht gefördert. Eine Delegation des nordrheinwestfälischen Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz war jedoch nach einer Besichtigung dermaßen begeistert, dass sie von sich aus einen Antrag auf Förderung vorschlug. Nun kann Düsterloh mit Fördergeldern von bis zu 800.000 Euro rechnen.

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