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Hygiene

Hightech- Klo für Entwicklungsländer

Der Forscher Michael Hoffmann, vom California Institute of Technology in Pasadena will mit einer Gruppe von Studenten eine neue Ära der Toilettenhygiene einläuten. In Vorträgen erzählt er gerne witzige Anekdoten über Pannen, die beim Bau eines Prototypen passieren können, dabei ist Hygiene in vielen Gegenden ein drängendes Problem. Weltweit verfügen mehr Menschen über ein Mobiltelefon als über eine Toilette. 2,5 Milliarden Menschen leben ohne angemessene Sanitäranlagen, davon müssen 1,1 Milliarden ihre Notdurft im Freien verrichten. Die Vereinten Nationen haben sich im Rahmen ihrer Milennium-Entwicklungsziele bis 2015 zwar vorgenommen, daran etwas zu ändern, doch bisher ohne nennenswerte Erfolge.

Michael Hoffman setzt für seine Toilette High-Tech ein: Auf dem Dach angebrachte Solarpaneele sammeln Energie, mit dem ein biochemischer Reaktor betrieben wird. In diesem durchlaufen die flüssigen Ausscheidungen eine elektrolytische Reaktion, die organischen Verbindungen oxidieren an nanobeschichteten Titanoxid- Elektroden und werden dadurch unschädlich gemacht. An den Edelstahl-Kathoden des Reaktors entsteht Wasserstoffgas, das als Antrieb einer Brennstoffzelle genutzt wird. Somit arbeitet das Aggregat auch bei fehlendem Sonnenlicht.

Der Urin der vorherigen Benutzer wird gesäubert und für die Spülung verwendet. Hoffmann gewann im August 2012 den Hauptpreis in Höhe von 100.000 Dollar bei einem Wettbewerb der Bill & Melinda Gates Foundation. Erste Prototypen sollen in den Slums von Neu Delhi getestet werden. Bill Gates und seine Frau fördern die Entwicklung neuer Toiletten für arme Regionen der Welt mit Millionenbeträgen. Wo sanitäre Einrichtungen fehlen, bleiben gesundheitliche Probleme nicht aus. Nach Angaben der Stiftung sterben jährlich rund 1,5 Millionen Kinder an den Folgen fehlender hygienischer Verhältnisse.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet vor, dass jeder Dollar, der für die Verbesserung der Hygiene in Entwicklungsländern fließt, bis zu neun Dollar an volkswirtschaftlichem Gewinn bedeutet, da die Gesundheitskosten sinken und die Lebenserwartung ansteigt. Weil Wasser in Entwicklungsländern meist knapp ist, kann das Wasserklosett der Industrieländer das Problem nicht lösen. Bleibt abzuwarten, ob High-Tech dazu in der Lage ist, denn mit aufwendigen Ansätzen ist man in der Entwicklungshilfe schon oft am Ziel vorbeigeschossen

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