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Strom

Energierevolution in Kuba

Ein Jahr, bevor die "Bewegung des 26. Juli" in Kuba unter der Führung von Fidel Castro den Diktator Fulgencio Batista entmachtete, waren nur 56 Prozent der kubanischen Haushalte mit einem Stromanschluss ausgestattet. Im Jahr 2007 waren nur noch vier Prozent der Haushalte ohne Stromversorgung. Innerhalt von knapp 40 Jahren hat sich der Stromverbrauch aller Haushalte in Kuba von 1.500 Gigawattstunden (GWh) auf 6.400 GWh mehr als vervierfacht. Der Haushaltsbereich verbraucht rund 47 % der gesamten Stromerzeugung.

Im 2005 startete, nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit, in Kuba eine zweite Revolution, bei der es allerdings nicht um politische Machtverhältnisse ging. Vielmehr handelt es sich um eine Energierevolution, die von Kubas Präsident Fidel Castro ausgerufen wurde: Innerhalb eines Jahres und fünf Jahre früher im Vergleich zu Deutschland und der EU tauschten Kubas Sozialarbeiter und freiwillige Studenten im Rahmen des staatlichen Programms neun Millionen Glühlampen durch Kompaktleuchtstofflampen (Energiesparlampen) aus. Die errechnete Stromeinsparung durch allein diese Maßnahme beträgt 354 Millionen kWh, also drei bis vier Prozent des gesamten Stromverbrauchs des Landes.

Außer den Glühlampen wurden auch selbst zusammengebastelte Ventilatoren gegen effizientere Geräte ausgewechselt, nach Angaben des staatlichen Energieversorgers Unión Electrica (UNE) mehr als eine Million Stück. Die größten Energiefresser in kubanischen Haushalten waren aber überaltete Kühlschränke. Der Jahresverbrauch eines Haushaltes betrug im Jahr 2004 durchschnittlich 1.670 Kilowattstunden, was der Hälfte des Verbrauchs in Deutschland und einem Sechstel des Verbrauchs in den USA ausmacht. Davon entfiel auf die Kühlgeräte mit 700 bis 900 kWh etwa die Hälfte. 2,55 Millionen Kühlgeräte wurden durch effiziente Geräte aus China mit einem Jahresverbrauch von etwa 350 kWh pro Gerät ausgetauscht und fachgerecht entsorgt. Stromsparlampen und Ventilatoren wurden kostenlos ausgegeben, für die Kühlschränke musste ein Betrag von umgerechnet rund 180 Euro aufgebracht werden. Wer sich das nicht leisten konnte, bekam die Möglichkeit, einen Kredit aufzunehmen.

Weitere Maßnahmen bestanden im Austausch von rund 230.000 Fernsehgeräten, 270.000 Pumpen für die Wasserversorgung und 260.000 Klimageräten. Im Gewerbebereich wurden 800.000 ineffiziente Leuchtstoffröhren gegen effizientere Lampen mit elektronischen Vorschaltgeräten ausgewechselt. Wenn die Energierevolution in Kuba auch vorwiegend aufgrund der Schwachstellen der dortigen Energieversorgung angezettelt wurde, sind ihre Ergebnisse unter klimapolitischen Aspekten doch beeindruckend.

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