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SCHMERZENSCHMERZEN

Mit Chili zu neuen Wirkstoffen gegen Schmerzen

Davon, dass es die Chilischote teuflisch in sich hat, zeugt schon ihr Auftreten: Klein und blutrot, hinter dieser Fassade höllisch scharf. Kein anderes Gemüse schaffte es bisher, so wie die Chili eine regelrechte Kultur um sich entstehen zu lassen. Als "Chiliheads" werden die Mitglieder der Chili-Fangemeinde bezeichnet; für sie ist Chili somit weniger ein Anbauprodukt, als vielmehr eine Lebensphilosophie. Andere kultivierte Pflanzen wie Kartoffel, Reis oder Getreide haben es zwar geschafft, zu einem festen Teil einer Kultur zu werden, nicht aber wie die Chili zu einem eigenen Kult zu mutieren.

Der Kult um die Chilischote geht rund 7.000 Jahre zurück. Zu jener Zeit wurde die Pflanze erstmals von den Azteken im Gebiet des heutigen Mexikos kultiviert. Neben einer neuen Gemüsesorte und einer Möglichkeit, fade Speisen schmackhaft zu machen, erkannte schon diese frühe Hochkultur, dass sich noch mehr hinter der feurig scharfen Schote verbarg: Sie besaß Heilkräfte. Von nun an wurden Chilis bei den Azteken erfolgreich gegen Zahnschmerzen und Arthrose eingesetzt. Und auch als die Europäer über den südamerikanischen Kontinent hereinfielen, entdeckten sie die positiven Eigenschaften des Chili-Inhaltsstoffes Capsaicin. Bis heute wird der Inhaltsstoff, der auch für die Schärfe verantwortlich ist, in der modernen Medizin zur Bekämpfung von Migräne, Hexenschuss, Gürtelrose und anderen Erkrankungen eingesetzt.

Vor kurzen machten US-amerikanische Forscher eine sensationelle Entdeckung, welche die Schmerztherapie möglicherweise grundlegend verändert - dank der Chili. Das Team entdeckte nämlich ein neues Schmerzmolekül, das dem "Schärfestoff" des Chilis Capsaicin in seinem Aufbau stark ähnelt.

Und so funktioniert das Ganze: Beißen wir auf eine Chilischote, gelangt Capsaicin an die so genannten TRPV1-Rezeptoren. Diese senden blitzschnell sowohl Schmerz- als auch Hitzesignale an unser Gehirn. Die Reaktion ist wahrscheinlich jedem von uns bekannt.
In einem Experiment ließen die Forscher Labormäuse in Kontakt mit schmerzgrenznahem heißem Wasser kommen. Die Reaktion der TRPV1-Rezeptoren wurde gemessen. Anschließend brachte man die Mäuse in Kontakt mit Chili und siehe da: Die Rezeptoren reagierten auf ein und dieselbe Weise. Eine Kontrollgruppe reagierte hingegen nicht. Der Grund: Ihre Rezeptoren waren blockiert.

Diese Erkenntnis stellt die Schmerzforschung somit auf eine neue Ebene. Forscher spekulieren bereits auf neue Schmerzmedikamente, welche auf diesen Erkenntnissen aufbauen.


Quelle: Miomedi

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